Zeitnah zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wird dabei an die „Euthanasie“-Verbrechen des NS-Staats erinnert, die Hunderttausende Menschen mit Beeinträchtigung oder psychischer Erkrankung das Leben kosteten. Im Mittelpunkt steht ein Vortrag von Lisa Caspari. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Hadamar spricht im Gewölbekeller des Nassauer Kulturhauses über die Rolle der „Zwischenanstalt“ Scheuern im Nationalsozialismus.
Unter dem Titel „Transporte in den Tod“ beleuchtet Lisa Caspari die Einbindung der damaligen Heilerziehungs- und Pflegeanstalt Scheuern in die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Von und über Scheuern wurden in Kriegszeiten zahlreiche Erwachsene, Jugendliche und Kinder unter anderem in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert und dort ermordet. Ausgewählte Lebensgeschichten, persönliche Briefe und weitere spannende Quellen ermöglichen den Blick in die Vergangenheit. Sie erzählen von der schwierigen und vielschichtigen Geschichte einer Verstrickung in reichsweit und regional organisierte, menschenverachtende Mordprogramme.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung besteht die Möglichkeit, eine Ausstellung über die Geschichte der Stiftung Scheuern im Museumssaal zu besuchen. Diese zeigt bis 14. Februar Bilder und Dokumente, die die Entwicklung der Einrichtung von ihrer Gründung bis heute skizzieren. Auch dabei wird anhand persönlicher Schicksale von „Euthanasie“-Opfern, durch Erinnerungen von Überlebenden und durch zahlreiche Dokumente auf die dunkelste Zeit der Stiftung Scheuern eingegangen.
Die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung ist frei. Sie beginnt am Freitag, 24. Januar, um 18 Uhr. Musikalisch umrahmt wird sie von Musikern der Lahnsin(n)fonie. Um eine Anmeldung per E-Mail an info(at)stiftung-scheuern.de wird gebeten.
Die Ausstellung kann vom 24. Januar bis zum 14. Februar zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Nassau besucht werden. Diese sind montags und donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, dienstags von 14 bis 18 Uhr und am ersten Samstag im Februar von 10 bis 12 Uhr.