Die Stiftung Scheuern kennenlernen, Einblicke in ihre Arbeit gewinnen und sich austauschen – darum ging es bei diesem Termin, zu dem die 31-jährige Landtagsabgeordnete aus ihrem Team Mira Maibach, Heiko Murrmann, Elina Satschek und Gunther Weber mitbrachte. Vonseiten der Stiftung Scheuern nahmen neben den drei Vorständen Pfarrer Gerd Biesgen, Bernd Feix und Jürgen Schlepper auch Jörg Bremser als Fachbereichsleiter Bildung/Arbeit/Teilhabe, Patrick Kucera als stellvertretender Werkstattratsvorsitzender und Sebastian Mono als Werkstattleiter teil.
Gemeinsame Gesprächsthemen, das zeigte sich bereits in der Vorstellungsrunde, gab es zur Genüge. So ging Jürgen Schlepper unter anderem auf den Prozess der Dezentralisierung ein und nannte hier als neueste Meilensteine das 2022 eröffnete Wohnhaus in Montabaur als ersten Standort der Stiftung Scheuern außerhalb des Rhein-Lahn-Kreises sowie das derzeit in Bau befindliche Wohnhaus in Lahnstein, das ebenfalls 24 Menschen mit Behinderung eine neue Heimat bieten wird. Bernd Feix wiederum berichtete mit Blick auf die Werkstätten der Stiftung Scheuern, für die sich die Besucher besonders interessierten, man habe hier in den zurückliegenden Jahren wichtige Schritte in Richtung Inklusion gehen können, und präzisierte: „Das gilt sowohl nach außen hin, wo wir eine größere Durchlässigkeit zum allgemeinen Arbeitsmarkt herstellen konnten, als auch nach innen. So arbeiten zum Beispiel in unserer Wäscherei und in der Gastronomie Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.“
Dies gilt auch für die Haustechnik, in der Patrick Kucera tätig ist. Wofür denn eigentlich die Freien Wähler stünden, wollte der stellvertretende Werkstattsrats-Vorsitzende von Lisa -Marie Jeckel wissen. „Wir entscheiden frei nach unserem Wissen und Gewissen, um die Menschen vor Ort in ihren Anliegen zu unterstützen“, antwortete sie. „Da in jeder Region andere Themen wichtig sind, ist auch jeder unserer Landes- und Kreisverbände etwas anders ausgerichtet. Wir betrachten jedes Thema sehr individuell und schauen, was im konkreten Einzelfall sinnvoll ist.“
Mit großem Interesse nahmen die Gäste auch an der anschließenden Werkstattführung teil. „Werkstätten für behinderte Menschen sind schon lange ein offenes Angebot“, betonte Jörg Bremser, ging sowohl auf die Begleitung von Menschen mit Behinderung auf Außenarbeitsplätzen als auch auf die von der Stiftung Scheuern für externe Kunden angebotenen Produkte und Dienstleistungen ein und stellte klar: „Wir bekommen am Markt keinen Bonus, sondern müssen ordentliche Qualität abliefern.“
Was Menschen mit Behinderung leisten können, sahen die Besucher in den Werkstattbereichen Montage und Verpackung, Lager sowie Schreinerei, wo ihnen die Beschäftigten Oliver Greysner und Tobias Weiß ihre Arbeit an der Plattenzuschitt-Maschine und dem CNC-Bearbeitungszentrum erläuterten. Beeindruckt zeigten sich Lisa-Marie Jeckel und ihr Team auch von der der Schreinerei angeschlossenen Kreativwerkstatt und den dort hergestellten Deko-Artikeln.
„Es hat mir sehr imponiert, was Sie hier mit den Menschen erarbeiten“, sagte Gunther Weber aus Lisa-Marie Jeckels Team in der abschließenden Feedbackrunde. Lisa-Marie Jeckel selbst kündigte an, man werde sich nach diesem ersten Einblick nochmals mit Vertretern der Stiftung Scheuern an einen Tisch setzen, um verschiedene Themen im Detail zu besprechen.